Ladungssicherheit

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Ladungssicherheit

Beitragvon Elke » Freitag 30. Juni 2017, 17:45

Hallo,
meine Rübe macht mir ein wenig Sorgen. Die Batterie scheint nicht immer geladen zu werden. :shock: Mal scheint es zu gehen, manchmal ist die Bakterie so gut wie leer.

Folgendes hat mein bester Gatte geprüft:
neue Batterie installiert, diese funktioniert korrekt
sämtliche Messungen der üblichen Verdächtigen nach der Liste: sandclub.org/bikes/lc4-adv-elektrik.pdf
Alle Verbindungen i.O., Generator i.O.,
bei laufendem Motor Spannung an der Batterie:
Leerlauf 13,5 V
Drehzahl 5.000 13,7 V

Hauptsicherung schien mal etwas warm geworden zu sein - macht das irgendeinen Sinn? Wann das war, kann ich nicht eingrenzen, da ich diese schon ewig nicht mehr geprüft hatte, nur jetzt im Zuge der Kontaktkontrolle..... :?

Irgendwie komme ich dem Kupferwurm nicht auf die Schliche.
Letzter Verdächtiger:
Regel-Gleichrichter - wie kann ich den denn prüfen?
Oder hat noch jemand ein gutes Stück auf Halde, das ich erwerben könnte?

:evil: ach, ich mag diese Stromsachen nicht - sieht man nicht, hört man nicht, riecht man nicht - und schon erwischt es einen :oops:

Falls jetzt jemand irgend eine zündende Idee hätte, wäre ich echt dankbar.

LG Elke
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Elke
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Re: Ladungssicherheit

Beitragvon Ralf Kiefer » Samstag 1. Juli 2017, 00:28

Hallo Elke!

Elke hat geschrieben:Folgendes hat mein bester Gatte geprüft:
neue Batterie installiert, diese funktioniert korrekt
sämtliche Messungen der üblichen Verdächtigen nach der Liste: sandclub.org/bikes/lc4-adv-elektrik.pdf
Alle Verbindungen i.O., Generator i.O.,
bei laufendem Motor Spannung an der Batterie:
Leerlauf 13,5 V
Drehzahl 5.000 13,7 V

Bei 5000/min ist das mit oder ohne Licht? Und wo habt ihr das Voltmeter drangehalten? An die Batteriepole?

Hintergrund: wenn nicht mehr als 13,7V an der Batterie ankommen, wird die nie richtig voll. Falls die Bordnetzspannung "wackeln" sollte, montiere Dir so was dran, nur temporär, weil diese Geräte halten den Alltagsbetrieb nicht durch. Daher nur in Dämmung gepackt mit Klebeband irgendwo vorne hinter der Scheibe festkleben.

Elke hat geschrieben:Hauptsicherung schien mal etwas warm geworden zu sein - macht das irgendeinen Sinn? Wann das war, kann ich nicht eingrenzen, da ich diese schon ewig nicht mehr geprüft hatte, nur jetzt im Zuge der Kontaktkontrolle..... :?

Du hast eine 1999er? Die hat genau zwei Sicherungen: die eine ist zwischen Batterie und Bordnetz, die andere sichert den Lüfter ab. Mehr gibt's nicht. Habt ihr diese Batteriesicherung mal ausgetauscht? Das ist eine mit 30A, AFAIR. Diese Sicherungstypen können durchaus innen drin einen Vibrationsriß haben, der dafür sorgt, daß die ab und zu Kontakt hat, aber manchmal auch nicht, oder einen Übergangswiderstand, der sie erwärmt. Tauschen! Bei der Affentwin ist das besipielsweise Affentwinstandardfehler #23, oder so. Dort passiert das aufgrund der hochfrequenteren, feinen Vibrationen häufiger. Aber auch eine LC4 ist nicht immun gegen Vibrationsschäden. Wenn Du vor dem Tausch mit Voltmeter fahren solltest, wirst Du beim Wackler in dieser Sicherung Spannungssprünge sehen, die nicht zu den Drehzahländerungen zur Stromerzeugung oder Lastschwankungen der Verbraucher passen. Aber tausch lieber gleich, bevor es Kabelbrand gibt.

Elke hat geschrieben:Letzter Verdächtiger:
Regel-Gleichrichter - wie kann ich den denn prüfen?

Mit Amateurmitteln gar nicht, wenn er nicht ganz tot ist, was er nicht ist. Aber das Voltmeter würde Dir ein paar Aussagen erlauben über den Spannungsverlauf während der Fahrt. Was neben dem teilweisen Ausfall von Gleichrichter/Regler noch in Betracht kommt, ist neben fehlendem Steckerkontakt ein Wackler in einer Wicklung der Lima. Der Fehler sieht genauso aus, wie wenn ein Teil vom Gleichrichter kaputt wäre, d.h. ein Drittel der Lima-Leistung fehlt. Daher schau Dir den Stecker mit den drei (gelben) Leitungen von der Lima kommend an, von der zwei Leitungen zur Zündbox abzweigen und alle drei zu Gleichrichter/Regler führen. In einem Punkt kannst Du sicher sein: die eine von drei Wicklungen, von der die Zündbox versorgt wird, funktioniert, weil Du anderenfalls ohne Zündfunken stehenbleiben würdest. Bei laufendem Motor müssen dort Wechsel(!)spannungen zwischen den Wicklungen anstehen, die auf einem herkömmlichen 50Hz-Wechselspannungsvoltmeter zwischen rund 15V im Leerlauf und 70V bei hoher Drehzahl und wenig Belastung zu schätzen sind.

Elke hat geschrieben: :evil: ach, ich mag diese Stromsachen nicht - sieht man nicht, hört man nicht, riecht man nicht - und schon erwischt es einen :oops:

Bei ICs ist's einfach: die funktionieren innen drin mit Rauch. Kommt der raus, ist es kaputt. Das könnte Dir bei einem Regler auch passieren.

Weitere Idee: die Massekontakte prüfen! Das sind die zwischen Batterie und Heckrahmen, zwischen Heckrahmen und Hauptrahmen und am Besten die Spannungsdifferenz bei laufendem Motor zwischen dem Kondensator-Minus und Batterie-Minus messen. Dies bei Leerlauf und vielen Verbrauchern, bei hoher Drehzahl und wenig Verbraucher, usw. Wenn da mehr als 0,2V auftauchen: Masseproblem. Meine Lösung: fettes Massekabel von der Front zur Batterie. Bei meiner ist allerdings der Regler/Gleichrichter an der Front ans Geweih in den Fahrtwind geschraubt. Dieselbe Messung könntest Du auch zwischen Kondensator-Plus und Batterie-Plus machen.

Gruß, Ralf
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Re: Ladungssicherheit

Beitragvon Elke » Samstag 1. Juli 2017, 10:44

Hoi, Ralf,

Ralf Kiefer hat geschrieben:Bei 5000/min ist das mit oder ohne Licht? Und wo habt ihr das Voltmeter drangehalten? An die Batteriepole?

mit Licht an den Batteriepolen

Ralf Kiefer hat geschrieben:Du hast eine 1999er? Die hat genau zwei Sicherungen: die eine ist zwischen Batterie und Bordnetz, die andere sichert den Lüfter ab. Mehr gibt's nicht. Habt ihr diese Batteriesicherung mal ausgetauscht? Das ist eine mit 30A, AFAIR. Diese Sicherungstypen können durchaus innen drin einen Vibrationsriß haben, der dafür sorgt, daß die ab und zu Kontakt hat, aber manchmal auch nicht, oder einen Übergangswiderstand, der sie erwärmt. Tauschen!

Hab ne 1998er. Ersatz der Sicherung sofort nach Entdeckung der verdächtigen Deformierungen im Plastik der Sicherung. Prüfung der Spannung nach Tausch der Hauptsicherung direkt an den Polen der Batterie.

Gleichrichter werden wir - wenn nicht prüfbar - einfach mal austauschen. Schließlich sind drei LC4 im Familienbesitz. :lol:

Ralf Kiefer hat geschrieben:Weitere Idee: die Massekontakte prüfen!


Masse ist einwandfrei - haben wir komplett am Töff geprüft.

Danke für die vielen Tipps, Ralf. Dann haben wir ja noch etwas Bastelzeit vor uns.

LG Elke
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Re: Ladungssicherheit

Beitragvon Ralf Kiefer » Samstag 1. Juli 2017, 14:59

Elke hat geschrieben:mit Licht an den Batteriepolen

Vergleiche die an den Batteriepolen gemessene Spannung mit denen an anderen Stellen im Bordnetz! Z.B. am Kondensator (weil man da so leicht herankommt :-) ) und am Ausgang vom Regler, d.h. im Stecker vom Regler. Ich vermute nicht nur, sondern ich bin mir ziemlich sicher, daß sich diverse kleine Übergangswiderstände im Laufe der Jahre in so einem Kabelbaum aufsummieren. In den Litzenadern brechen einzelne kleine Drähtchen ab, besonders vor und an den Crimpstellen, dasselbe ggf. auch im Kabelbaum an Stellen, wo der Kabelbaum gequetscht wird oder in sehr engem Radius verlegt ist. Die Steckkontakte oxidieren. Usw.

Elke hat geschrieben:Hab ne 1998er.

Ist identisch zur 1999er (und zu meiner im Originalzustand).

Elke hat geschrieben:Ersatz der Sicherung sofort nach Entdeckung der verdächtigen Deformierungen im Plastik der Sicherung. Prüfung der Spannung nach Tausch der Hauptsicherung direkt an den Polen der Batterie.

Oha, sogar Deformierung aufgrund Wärme. Da hast Du doch schon eine Ursache gefunden! Trat denn das Problem mit der fehlenden Batterieladung nach Behebung dieses Fehlers nochmal auf? Wenn ja, hat das vielleicht den Regler mitgerissen. So ist/war jedenfalls eine Erfahrung im Affentwinlager, die das Problem mit den Steckkontakten zwischen Lima und Gleichrichter/Regler hat.

Elke hat geschrieben:Masse ist einwandfrei - haben wir komplett am Töff geprüft.

Statisch oder dynamisch? Mit dynamisch meine ich den Vergleich der Massepotentiale bei laufendem Motor und mehr oder weniger viel eingeschalteten Verbrauchern. Alles einschalten, was bei einer LC4 geht, d.h. beide Lampen, Blinker, Bremslicht und Hupe, und dann die Potentiale vergleichen. Nimm als Referenz den Ausgang vom Gleichrichter/Regler! Ziel ist an die 14,3V[1] zu kommen. Die Batterietechnik hat sich weiterentwickelt. Heutige Batterien brauchen etwas mehr Spannung als die vor 20Jahren, um voll geladen zu werden.

Gruß, Ralf

[1] mit den üblichen eingeschalteten Verbrauchern ab einer Drehzahl von 3000/min
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Re: Ladungssicherheit

Beitragvon GG71 » Samstag 1. Juli 2017, 16:00

Hallo Freunde der Kupferwürmer,

mich hat meine Kati bisher 1x im Stich gelassen - auf der Rückreise 20km vor der Haustür.
Erstens weil der Tank trotz Bezinhanh in Normal-Stellung ohne Reserve restlos leer lief und
zweitens weil der Kabel im Bild unter der Gummierung brach und nur noch sporadisch Kontakt lieferte.
Bild
Die Verschraubungen waren ok.
Fahre übrigens seit Jahren LiFePo, funzt viel besser als Pb, stirbt nicht bei langen Standzeiten.
Ciao:
GG ;-)
--
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Re: Ladungssicherheit

Beitragvon Happe » Samstag 1. Juli 2017, 16:52

Elke hat geschrieben: sieht man nicht, ..., riecht man nicht -


Wenn mans riecht ist es zu spaet!

Check mal den Stecker das Gleichrichters.
Dort ist oft Korrosion der Vater allen Uebels.
Ansonsten der Gleichrichter hat nur ein paar Dioden die man messen kann.
Wie Ralf schon sagte, alles das farblich schlecht aussieht muss ausgetauscht werden, alles was korodiert ist tauschen.
Die Lc4 Elektrik ist einfach aufgebaut.
LC4E1.JPG

LC4E2.JPG

LC4E3.JPG
Husqvarna 701 '17, KTM 450 EXC '04; Yamaha XT500 '83;
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Re: Ladungssicherheit

Beitragvon Ralf Kiefer » Samstag 1. Juli 2017, 18:37

Happe hat geschrieben:Ansonsten der Gleichrichter hat nur ein paar Dioden die man messen kann.

Nicht ganz. Die "Dioden mit Schwänzchen" sind Thyristoren. Es läßt sich von außen schlecht messen, ob und was drin kaputt sein könnte. Das, was aus dem Gleichrichter/Regler in Betrieb rauskommt, läßt sich dagegen messen. Mit einem handelsüblichen Voltmeter oder auch mit einem Oszi.

Happe hat geschrieben:Die Lc4 Elektrik ist einfach aufgebaut.

Aber etwas aufwendiger als bei Deiner 660 Rallye.

Gruß, Ralf
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Re: Ladungssicherheit

Beitragvon Elke » Freitag 11. August 2017, 16:21

Vielen Dank für Eure Unterstützung - ich glaube, wir haben den Verdächtigen erwischt.
Der Regler-Gleichrichter sah von unten "fast" normal aus - eine leichte Delle, als ob beim Vergießen etwas geschlampert worden wäre .... aber ich wüsste nicht, dass das vorher je so aussah. Also beim China-Mann online einen für wenig Kohle geordert (zum probieren) und nach zwei Wochen einen original KTM-Regler-Gleichrichter erhalten :-)
und ... was soll ich sagen.... es sieht so aus, als würde wieder alles normal geladen.

Jetzt geht es erst mal drei Wochen in Urlaub und danach werde ich wissen, ob es das war, oder ob ich den Veterinär zum Einschläfern besuchen muss :twisted:

Grüßle, eine hoffnungsfrohe Elke
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