erneut Kupferwürmer

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erneut Kupferwürmer

Beitragvon ingenieur » Montag 7. September 2015, 18:54

Hallo zusammen, nachdem mir ja vor zwei Jahren auf dem Weg in die Schweiz ständig die Sicherung rausgeflogen ist, ging am WE aus dem Treffen des SKAC auch wieder (fast) nix.

Ständig ist die Batterie leer, obwohl diese neu und frisch geladen war. Die SW brennen auch nicht mehr. Wenn man sie überbrückt springt sie super an.

Daher folgende Fragen:
1. Hat eine LC4 Adventure bei abgezogenen Zündschlüssel einen Ruhetrom und wenn ja wie hoch darf dieser dann max. sein?
2. Auf dem Treffen meinte jemand, ich hätte noch den "alten" Kabelstrang, es hätte in den letzten Baujahren einen mit dickeren Kabel gegeben. Ich habe aber nur den Kabelbaum ab '03 gefunden.

Ich glaube ich tausche einfach den gesamten Kabelbaum. Die Fehler häufen sich.

Gruss Steffen
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Re: erneut Kupferwürmer

Beitragvon Ralf Kiefer » Montag 7. September 2015, 19:45

ingenieur hat geschrieben:Ständig ist die Batterie leer, obwohl diese neu und frisch geladen war.

Dann messe den Ruhestrom! BTW wie schnell geht das Entladen? Bei den ältern @vs mit dem Teuertech-IMO (mit interner Batterie) darf es keinen Ruhestrom geben. Deine hat den neueren von KTM, daher: weiß ich leider nicht. Zum Erhalt von Datum und Uhrzeit sind ein paar Elektronen am Tag nötig. Zum Vergleich: meine Dose zieht 13mA und hat mehrere Steuerungen damit zu versorgen und eine sehr viel größere Batterie. Soll heißen: mehr als 1mA sind zuviel für die kleine Batterie einer LC4.

ingenieur hat geschrieben:Ich glaube ich tausche einfach den gesamten Kabelbaum. Die Fehler häufen sich.

Auch bei Deiner ist der Kabelbaum noch überschaubar. Du hast sogar mehrere Sicherungen vorne drin. Schau nach dem Ruhestrom zwischen Batterie und Bordnetz! Durch Entfernen der Sicherungen kannst Du ggf. den Teil einkreisen, der problematisch ist. Was ich mir außerdem vorstellen könnte, ist, daß der Gleichrichter/Regler zum Verbraucher geworden ist. Also zieh auch mal den zweipoligen Stecker ab.

Was ich prinzipiell empfehle, ist ein dickes Massekabel zwischen den vorderen Verbrauchern (Massepunkt unter der Frontverkleidung) und dem Massepunkt am Heckrahmen zu legen. Da reicht ein 1,5mm^2-Kabel. Das hat zwar nichts mit Deinem aktuellen Problem zu tun, schafft aber Gewißheit, wenn man Spannungsdifferenzen oder eben auch mal Leckströme im Bordnetz sucht.

Gruß, Ralf
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Re: erneut Kupferwürmer

Beitragvon GG71 » Mittwoch 9. September 2015, 10:05

Hallole,

den kompletten Kabelbaum zu wechseln - ist das nicht eher eine Tätigkeit, was man seine Feinde wünscht? Passen da immer die Gegenstecker? Muss man alles Zerlegen?
Ciao:
GG ;-)
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Re: erneut Kupferwürmer

Beitragvon Ralf Kiefer » Mittwoch 9. September 2015, 17:51

GG71 hat geschrieben:den kompletten Kabelbaum zu wechseln - ist das nicht eher eine Tätigkeit, was man seine Feinde wünscht? Passen da immer die Gegenstecker? Muss man alles Zerlegen?

Was soll daran kompliziert sein, wenn man den kompletten Kabelbaum kauft? Die Stecker passen, die Längen stimmen, alles hat die gewohnte Qualität ;-) Ich werde den Kabelbaum (modifiziert) selber bauen. Die Beschaffung der passenden Stecker ist nicht so einfach. Ich habe letztendlich die meisten auf dem Balkan besorgt, beim Weihnachtsmann in Wien ;-)

Gruß, Ralf
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Re: erneut Kupferwürmer

Beitragvon ingenieur » Sonntag 13. September 2015, 16:54

Halo zusammen, ich habe mal den "Ruhestrom" bei abgzogenen Zündschlüssel gemessen. Die Batterie schafft nur noch 10.5 V. Der Strom ist zuerst niedrig und pedelt sich dann bei 0.7mA ein. Wenn ich die Sicherung 2 ziehe, kann mein Billig-Multimeter keinen Strom mehr messen. Laut Bedienungsanltg. hängt an der Sicherung 2 der Tacho und der Kondensator. Der Kondensator müsste ja eigentlich an Gleichspannung, nachdem er aufgeladen ist, keinen Strom mehr "ziehen". Den Tacho konnte ich noch nicht abklemmen.
Ich werde weiter berichten.

Gruss Steffen
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Re: erneut Kupferwürmer

Beitragvon Ralf Kiefer » Sonntag 13. September 2015, 17:26

ingenieur hat geschrieben:Die Batterie schafft nur noch 10.5 V.

Die hat mit großer Wahrscheinlichkeit ihr Leben ausgehaucht.

Hast Du ein Labornetzteil (zur Verfügung)? Dann stell die Sollspannung auf 14,4V ein und die Strombegrenzung auf ungefähr 0,5A. Wenn die Sollspannung im <1-Minutenbereich erreicht wird, ist der Innenwiderstand bereits sehr groß, also Batterie sulfaltiert. Oder die 14,4V werden nie erreicht, stattdessen blubbert die Batterie in einigen Zellen munter, dann hat sie einen internen Kurzschluß einer Zelle wg. Plattenbruch oder Bleischlamm.

ingenieur hat geschrieben:Der Strom ist zuerst niedrig und pedelt sich dann bei 0.7mA ein. Wenn ich die Sicherung 2 ziehe, kann mein Billig-Multimeter keinen Strom mehr messen. Laut Bedienungsanltg. hängt an der Sicherung 2 der Tacho und der Kondensator. Der Kondensator müsste ja eigentlich an Gleichspannung, nachdem er aufgeladen ist, keinen Strom mehr "ziehen". Den Tacho konnte ich noch nicht abklemmen.

Der Ruhestrom ist wohl so in Ordnung, auch wenn der Chip im Tacho sich mit uA begnügt. BTW auch ein Elko hat immer(!) einen Leckstrom. Der liegt normalerweise ebenso im uA-Bereich. Aber Elkos sind die verschleißfreudigsten Bauteile heutiger Elektronik, d.h. die verabschieden sich durchaus mit hohem Leckstrom.

Messe noch Tacho und Elko getrennt! Wenn Du beim Elko mit dem Billigmultimeter nichts angezeigt bekommst, dann ist er ok. Dann braucht der Tacho tatsächlich 700uA, was wir als normal annehmen. Folgeannahme: Batterie tot.

Um einem vorzeitigen Ableben einer Ersatzbatterie vorzubeugen, messe die Spannung, wenn der Motor läuft (geht auch mit der aktuellen Batterie). Im Bordnetz sollen keinesfalls mehr als 14,4V anliegen. Wenn doch, dann ist der Gleichrichter/Regler kaputt. Ist das der Fall, dann ist die Batterie eher leergekocht, d.h. die hat den größten Teil ihrer Flüssigkeit (den wässrigen Anteil) verloren. In diesem Fall hilft auch nur ersetzen. Oder eine harte Tour für Experimentierfreudige :-) Ausleeren, ausspülen, neue (und richtige) Säure rein, ggf. mit EDTA versetzt. Kids, don't try this @home!

Gruß, Ralf
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Re: erneut Kupferwürmer

Beitragvon GG71 » Dienstag 15. September 2015, 09:10

Ralf Kiefer hat geschrieben:Kids, don't try this @home!

Na das würde mein LiFePO auch zieeemlich sauer machen :-P *HarHar*

https://de.wikipedia.org/wiki/Ethylendiamintetraessigs%C3%A4ure hat geschrieben:Umweltverhalten

EDTA gelangt fast ausschließlich über das Abwasser in die Umwelt. Da EDTA unter normalen Bedingungen nur sehr langsam abgebaut wird, kann es in praktisch allen Wasserproben in niedrigen Konzentrationen nachgewiesen werden. EDTA-Konzentrationen in Flüssen liegen zwischen 10 und 100 µg/l, in Seen zwischen 1 und 10 µg/l. Im Grundwasser und Uferfiltrat kann EDTA in Konzentrationen zwischen 1 und 100 µg/l gefunden werden. Bei neutralen pH-Werten ist die Adsorption von EDTA an Mineraloberflächen gering, was zu einer hohen Mobilität im Grundwasser führt. Lediglich der FeIII-EDTA-Komplex wird sehr schnell durch Sonnenlicht abgebaut. Dies ist der wichtigste Eliminationsprozess für EDTA in der Umwelt. EDTA wird während der Ozonisierung oder Chlorung von Trinkwasser nur unvollständig entfernt. EDTA gilt heute als ökologisch bedenklich, da freie Komplexbildner Schwermetalle aus dem Sediment lösen und bioverfügbar machen.

Das Umweltbundesamt empfiehlt „Im Sinne einer vorsorgenden Stoffpolitik sollten EDTA und auch andere schwer abbaubare Komplexbildner wie Diethylentriaminpentaessigsäure (DTPA) oder Propylendiamintetraessigsäure (PDTA) durch Stoffe ersetzt werden, die möglichst leicht abbaubar sind und somit in Kläranlagen entfernt werden können“. Mögliche Ersatzstoffe sind Nitrilotriessigsäure (NTA) und ihre Natriumsalze, Citrate, Gluconate, Alanindiessigsäure-Natriumsalz (ADA), Methylglycindiessigsäure (MGDA), u.a.m.[8]

Demnach reicht auch Wasser aus Rhein oder Neckar.
Ciao:
GG ;-)
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