690 R Umbau evtl, mit Reiseerfahrung

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Re: 690 R Umbau evtl, mit Reiseerfahrung

Beitragvon Lars » Montag 6. Juli 2015, 22:11

Hi!

Das Ist ein schönes Thema, wird für mich auch immer mehr aktuelle!

Welche Unterschiede gibt es bei den verschieden Baujahren der 690 Enduro? Welches Baujahr ist das beste und warum?
Ist der Federweg im laufe der Zeit kleiner geworden, zur Zeit gibt es vorne und hinten 250 mm.
Ab wann gab es ABS? Hat den von euch schon Erfahrung mit dem ABS von KTM?

Ich hab jetzt mal nach einer 690 Enduro R von 12 gesucht, so günstig find ich die nicht! :roll:

Wie viele von den Basel Kits sind bisher wohl schon verkauft worden?

Gruß Lars
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Re: 690 R Umbau evtl, mit Reiseerfahrung

Beitragvon Roland K » Dienstag 7. Juli 2015, 12:00

Hallo,

die ersten Modell 2008 bis 2011 haben nicht den vollen Hubraum und auch "nur" 64PS. Ab 2012 kam dann wirkliche 690ccm und einen überarbeiteten Zylinderkopf. Die ersten 2012 hatten dann gleich einen Rückruf und bekamen einen neuen nochmals überarbeiteten Zylinderkopf. Ab Modell 2014 gab es ABS und Ride by wire. Das ABS ist abschaltbar und schaltet sich bei jedem Start wieder automatisch ein! Super Sache das. Ride by wire ... ich brauchs nicht. Die 2014´er läuft original noch etwas harmonischer. Die alten Modelle hatten original bei niederen Drehzahlen und voll Gas auf den Plöp-Aus, was jedoch durch einen Umbau der Auspuffanlage behoben ist.

Hab mir gestern ne 2012´er mit 18.000 km und noch 1 Jahr Restgarantie gekauft. Frisch KD, neuer Zylinderkopf (Rückruf), neuer Kettensatz. Der Verkäufer war Mitarbeiter von Touratech und hat das "volle Ornat" da dran gezimmert :shock:
Sachen gibt's..... Das Zeug hat schon einen Neupreis-Gegenwert einer gebrauchten 640.

Die R-Variante hat 250mm Federweg und das über alle Baujahre. Spritverbrauch soll wohl zwischen 3 und 4,5L liegen was eine recht hohe Reichweite garantieren sollte. Laut KTM-Händler sind die Motoren sehr robust und Laufleistungen von 20.000km sind nichts. Keine Probleme bekannt.

Was mich bei der Probefahrt sofort beeindruckt hat:
1. Handling
2. Gasannahme
3. Motor ein Gedicht. Läuft ohne Gehacke auf der Kette seidenweich unten raus um dann bei höheren Drehzahlen :shock:
4. Mechanische Geräusche sehr viel geringer als bei der 640
5. sehr robust verarbeitet

Zum Wochenende bekomm ich die Maschine und dann schau ich mal weiter...

Grüße

Roland
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Re: 690 R Umbau evtl, mit Reiseerfahrung

Beitragvon LukasM » Dienstag 7. Juli 2015, 12:21

Ich bin seit 15 Monaten mit 690er auf Weltreise, Österreich bis Mongolei 25.000km mit 2012er 690 Enduro mit Evo 2 Kit und seitdem 35.000km mit einer umgebauten 690 Rally.

Problemstellen sind jedenfalls die Kipphebel, entweder gehen die Lager zu früh kaputt oder der Pin kommt heraus, kann teuer werden. Lima würde ich auch nach ca. 50.000km tauschen wenn man in der Wildnis unterwegs ist, meine erste ist mit 32.000 abgebrannt, bei meinem Kumpel erst mit 60.000 km, aber dann komplett geschmolzen so dass auch das Schwungrad dann unbrauchbar war. Ich hatte auch ein defektes Lager im Getriebe, aber das passiert sehr selten.

Die Einspritzung bei der Enduro ist auch nicht ganz unproblematisch, würde auf jeden Fall eine extra Benzinpumpe und 1-2 Injektoren mitführen, habe ich alles gebraucht. Meine Rally hat einen Vergaser der mir ehrlich gesagt lieber ist und auch noch keinerlei Probleme gemacht hat.

Spritverbrauch lag bei meiner Enduro bei normalem Betrieb zw. 5-6 Liter (normales mapping vs. performance) und 6-7 Liter bei der Rally. Im tiefen Sand oder Schlamm 20-30% mehr.

Würde trotzdem kein anderes Bike wollen, wir haben alle schweren Offroadstrecken die es so gibt durchgemacht, dabei hätte es bei jedem anderen Modell auch Probleme gegeben, und man wäre viel langsamer und mit weniger Spass unterwegs, wenn man überhaupt durchkommt. Für mich passt der Motor und das Gewicht sehr gut, bin auf der Strasse mit echten 120 kmh unterwegs was mit einer kleinen Maschine nicht geht und kann sie immer noch alleine aufheben und notfalls auch aus dem Schlamm rauszuziehen, was mit einer schwereren Maschine nicht geht.
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Re: 690 R Umbau evtl, mit Reiseerfahrung

Beitragvon Roland K » Dienstag 7. Juli 2015, 13:09

Hallo,

laut dem KTM-Händler ist das Problem mit den Kipphebeln bekannt und wurde innerhalb des Rückrufs durch den Einbau eines "komplett neuen Zylinderkopfes" nebst geänderter Kipphebel behoben. Offensichtlich reichte es nicht nur die Kipphebel zu tauschen. Hast Du den kompletten Zylinderkopf getauscht?

Grüße

Roland
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Re: 690 R Umbau evtl, mit Reiseerfahrung

Beitragvon LukasM » Dienstag 7. Juli 2015, 14:03

Ich habe noch nie von einem Rückruf des 690er Zylinderkopfes gehört, auch nicht im ADVrider Forum mit vielen hundert 690 Besitzern. Seit wann soll es den geben? Gibt es dazu ein Schreiben das man sich anschauen könnte? Die Teilenummern sind 2012 und 2013 zwar anders als danach, aber wurden meines Wissens nach nicht ersetzt.

Meine Rally ist vor dem Kauf in der Mongolei mit einem Loch in der Airbox gelaufen, ich habe deshalb den Motor in Japan überholt, mit wenig gebrauchten Twinspark-Kopf, Zylinder, und Kolben von einer 2013er 690cc Duke. Er hat bis auf das Gewinde für die zweite Zündkürze genau gleich ausgeschaut und funktioniert jedenfalls auch ohne diese anzuschliessen ganz normal in meinem 654cc Motor.

Das Problem liegt meiner Erfahrung - und der aller anderen 690 Weltreisenden/Langstreckenfahrern die ich kenne - an den Kipphebeln selber. Die früheren waren zu fest verpresst so dass die Lager generell in weniger als 20.000km kaputt gingen, bei mir hat das die Nockenwelle auch beschädigt.

Bild

Die Kipphebel wurden dann ca. Ende 2012 durch eine neue Nummer ersetzt, aber bei denen ist es uns jetzt mehrmals passiert dass der Pin auf einer Seite herauskommt, was im schlimmsten Fall dann zu einer Querbelastung und folglich dem Abreissen des Kipphebels führt. Dann verteilen sich im Motor die einzelnen Rollen aus dem Lager und mit etwas Pech stoßen noch die Ventile gegen den Kolben. Meistens muss auch der komplette Kopf ersetzt werden, vielleicht ist das bei deiner Maschine passiert.

Eine Lösung die wir uns im Moment überlegen ist den Pin der neueren Hebel ganz vorsichtig mit WIG/TIG anzuschweißen oder ihn außen zu körnern so dass er nicht herauskommen kann. Ist nur die Frage ob dass die Lager dann mehr belastet und die Lebensdauer reduziert..
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Re: 690 R Umbau evtl, mit Reiseerfahrung

Beitragvon LukasM » Dienstag 7. Juli 2015, 14:16

Hier noch ein paar Schnappschüsse in was für Terrain wir uns auf der Route unter anderem bewegt haben. Was Schwereres hätte ich da nicht durchgebracht, und kleinerer Motor wäre oft langweilig und würde die geplanten 100.000+ km sicher nicht durchhalten wenn man ihn dauern ausdreht.



Altai in Russland:

Bild


Laos:

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SIbirien:

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SIbirien:

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Tajikistan:

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Re: 690 R Umbau evtl, mit Reiseerfahrung

Beitragvon Ralf Kiefer » Dienstag 7. Juli 2015, 14:43

Beindruckende Fotos! Gab das keinen Ärger mit den Einheimischen, als ihr in Sibirien eine Brücke zum Einsturz brachtet? ;-)

BTW gibt's die Fotos auch im normalen Web, also nicht bei den Facebook-Schnüfflern?

Gruß, Ralf
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Re: 690 R Umbau evtl, mit Reiseerfahrung

Beitragvon GG71 » Dienstag 7. Juli 2015, 18:46

Hi Lukas,

ordentlich, das muss man schon zugeben :-)
Ciao:
GG ;-)
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Re: 690 R Umbau evtl, mit Reiseerfahrung

Beitragvon Roland K » Montag 10. Juli 2017, 18:48

Hallo,

aufgrund des unglaublich guten Wechsekurses des Pfund hab ich letzten Winter dann doch meine 690 umgebaut:

Bild

Bild

Bild

Alles passte perfekt und die Qualität ist meiner Meinung nach auch gut. Alles ist sehr gut durchdacht und macht einen wertigen/stabilen Eindruck. Ich bin vom Preis/Leistungsverhältnis begeistert.
Eintragung beim TÜV war auch keine große Sache. Nach 20 Minuten war alles erledigt.

Grüße

Roland
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