Erlebnisbericht Sandschnuppperwoche Tunesien

Hinweise auf Veranstaltungen, Rallies, Treffen, ...

Moderatoren: Ralf Kiefer, Happe

Erlebnisbericht Sandschnuppperwoche Tunesien

Beitragvon ingenieur » Sonntag 10. März 2013, 22:07

Hallo zusammen, ich komme gerade aus der Sand-Schnupper-Woche von Rollo-Tours (www.rollotours.ch) aus Tunesien zurück.

Anreise:
Meine TE449 und die Cross Klamotten habe ich schon vor zwei Wochen in die Schweiz gebracht, diese werden per Anhänger nach Tunesien gebracht.
Ich fliege um 19.25 von Frankfurt nach Djerba. Im Flughafen angekommen fange ich schon an mich stark fremd zu schämen, da deutsche Rentner bereits beim Check-In die totale Hektik verbreiten und alles besser wissen wollen, als das Personal im Flughafen.
Ich lande um 22.15 in Djerba, Richie (Rominas Vater) holt mich mit dem Nissan am Flughafen ab und wir fahren ins Hotel. Dort sitzen noch Werni (640 Adventure) und Romina (Chefin). Der Rest der Gruppe, Ralph (530 EXC Mietmotorrad), Thomas (450 EXC), Jacqueline (FE 390) und Chris (690 Rally Umbau) sind bereits auf den Zimmern.
Wir trinken noch ein Bier zusammen, dann gehe ich auch auf mein Zimmer.

Tag 1:
Frühstück im Hotel um 7.30 Uhr, dann umziehen und die Taschen zum Sprinter bringen. Wir fahren über den Damm aufs Festland und dann entlang der Küste in Richtung Medenine. Richie fährt mit dem Nissan hinter uns her. Romina fährt mit dem Sprinter über Straßen.
Mittagessen gibt’s neben der Straße. Auf der Piste hält Werni an und sagt, dass jetzt ein langes Stück ohne Kreuzungen kommt und jeder sein eigenes Tempo fahren kann, eigentlich möchte ich gar nicht schneller fahren, aber Waschbrett fährt sich schnell einfacher, also gebe ich der TE mal richtig die Sporen, leider ist ab 100km/h der Winddruck so stark, dass ich nicht mehr weit genug nach vorne lehnen um keinen Zug mehr auf den Händen zu haben, daher fahre ich nach ca. 5km Vollgas wieder gemütlich weiter. Wir halten an einem Cafe an um noch einen Tee zu trinken, dort sind einige Mini-Dünen und ich probiere schon mal aus wir sich eine Sportenduro im Sand fährt. Es ist alles so viel einfacher als mit der LC4! Und macht einen riesigen Spass.

Wir kommen um ca. 16.00 Uhr in Ksar Ghilane auf dem Camping Paradis an. Wir schlafen in Berberzelten. Abendessen gibt es frisch gekocht von Romina und Richie in einem zusätzlich aufgebauten Zelt. Die Portionen sind sehr groß, abnehmen wird in dieser Woche sicherlich keiner. Es wird verdammt kalt, ich bin froh, dass mein Schlafsack so warm ist.


Tag 2:
Wir lassen es ruhig angehen. Frühstück um 8.30 Uhr, um 9.00 Uhr geht’s los. Hinter dem Pool gibt es eine große Fläche wo Werni dem Rest der Gruppe erklärt wie man im Sand anfährt usw. Ich gehe derweil schon mal in den Dünen spielen. Mit der TE fahren sich Dünen viel viel einfacher als mit der LC4, Düne hoch-runter, alles total easy, selbst beim Hochfahren einer Düne nochmal umdrehen geht ohne Kraftaufwand. Ok, es ist halt auch das vierte Mal das ich im Sand bin. Der Rest der Gruppe fühlt sich fit genug um einmal um die Oase zu fahren.
Ich fahre immer hinten um bei Aufstellen/Ausbuddeln der Motorräder helfen zu können. Gerade Chris hat mit der 690’er deutlich mehr Arbeit als der Rest der Gruppe mit den Sportenduros.
Nach dem Mittagessen fahren wir zum Fort. Am Fort geht’s weiter mit Dünen fahren üben. Ich habe Spass bis zum Abwinken. Vor der Rückfahrt fragt Wernie ob wir die Piste oder den direkten Weg zurückfahren wollen. Ich möchte es am ersten Tag nicht gleich übertreiben und fahre mit Ralph und Richie (TE250 Ersatzmotorrad) auf der Piste zurück in die Oase.
Werni, Thomas, Jacqueline und Chris wollen den direkten Weg fahren.
Wir sind schon lange wieder zurück als Werni, Thomas und Jacqueline ohne Chris zurückkommen. Romina ahnt nichts gutes, aber zum Glück streikt nur die Kupplung der 690’er. Ich schlage Werni vor mit meiner TE zu Chris zurückzufahren, diese an Chris zu übergeben, damit er die 690’er zurückzufahren kann. Werni kommt aber schon nach 15min wieder zurück und sagt das bei der 690’er keinen Vortrieb mehr vorhanden ist, also räumen wir den Nissan leer und fahren bis zu Chris hinter Werni her. Wir verladen die 690’er auf den Nissan und fahren zurück (nachdem wir den Nissan einmal ausgraben mussten, schon schwer so eine 690’er). Chris hat großes Glück, dass Ende der Woche die Touareg Rally startet und David (Mech von KTM Basel) die neue Kupplung im Handgepäck mitbringen kann.
1000 Dank an KTM Basel!!!
Alle tauschen zum ersten Mal ihren Luftfilter, da die TE449 die Luft neben dem Lenkkopf ansaugt ist mein Luftfilter noch sauber.
Wir essen zu Abend, rauchen Shisha und trinken Whisky. Entspannung Endstufe!

Tag 3:
Es ist sehr windig, aber noch kein richtiger Sandsturm, trotzdem ist man ständig am husten, weil es sehr viel Sand in der Luft hat. Chris fährt auf der TE250. Wir fahren zum Camp Zmela, dem Einstieg der Route zum roten See. Dort ist ein Cafe wo wir sehr lange Tee trinken, der Sand in der Luft nervt extrem. Auf dem Rückweg probieren wir wie sich die Dünen Richtung roter See anfühlen. Durch den Wind ist der Sand extrem weich und alle Sanden sich permanent ein. Nach nur ca. 700m kehren wir um zurück zur Piste. Wir fahren zurück in die Oase zum Mittagessen.
Am Nachmittag habe ich keine richtige Lust mehr zu fahren, Werni fährt mit Jacqueline, Thomas und Chris in die Dünen, Ralph und ich faulenzen. Irgendwann wird es mir dann doch zu langweilig und ich fahre mit Romina auf den großen Platz hinter dem Pool, da Romina Motorrad fahren lernen möchte. Nach ca. einer Stunde kommt Werni, er möchte mit dem Rest der Gruppe zum Fort fahren und Romina mitnehmen. Wir fahren über die Piste Richtung Fort, verpassen aber auf einem Schotterstück die Piste da ich einer Quadspur nachfahre und landen mitten in den Dünen. Nachdem sich alle ordentlich eingesandet haben kehren wir um.
Das Abendessen knirscht und alle Klamotten incl. Schlafsack sind sandig (Juhu, das Sahara Feeling stellt sich bei mir ein)
Es ist immer noch sehr warm (32°) und ich kann kaum schlafen, der Wind reist die Plane halb vom Berberzelt und es fängt an zu regnen. Zum Glück schalfe ich in dem Eck vom Zelt wo noch die wasserdichte Plane drauf ist. Endlich kühlt es ab und ich kann schlafen.

Tag 4
Eigentlich wäre heute die Fahrt in Richtung Douz auf dem Programm gestanden, aber da David erst am Donnertag nach Douz kommt, fahren wir heute nach Matmata zu den Star Wars Kulissen. Zum Mitttagessen gibt es Salat, Brik und Pommes. Nachdem wir kurz in den Stars Wars Kulissen waren, alle Motorräder wieder getankt sind, fahren zurück nach Ksar Ghilane. Auf dem Rückweg halten wir noch mal an einem Cafe wo Werni und Romina einen Welpen bespaßen der sicherlich im Rest seines Lebens nicht mehr soviel Aufmerksamkeit bekommen wird. Am Abend stehen 250km mehr auf dem Kilometerzähler.
Vor dem Abendessen verladen wir die 690’er auf dem Nissan und tanken alle Motorräder, am nächsten Tag geht es früh los.
Alle tauschen zum zweiten Mal ihren Luftfilter, mein Luftfilter ist immernoch noch sauber.
Es gibt Fondue, naja Schweizer halt :D
Wir lassen den Abend bei Shisha, Whisky und Lagerfeuer ausklingen.

Tag 5:
Heute müssen wir früher aufstehen, da die Fahrt nach Douz geplant ist. Normalerweise fahren Romina und Richie mit der Einsteiger Gruppe nur bis zum Cafe und dann wieder zurück, aber wir müssen die 690’er von Chris nach Douz bringen. Die Piste nach Douz ist dieses Mal sehr sehr sandig, wir halten zweimal an um in den Dünen zu spielen, 20km vor Douz müssen wir schon nachtanken, da die 530’er bereits leer ist. Wir kommen um ca. 12.00 Uhr und nach 120km Fahrt in Douz an, dort suchen wir das Hotel in dem die Teilnehmer der Touareg-Rally untergebracht sind. Romina und Richie kennen der Veranstalter, es gibt jede Menge KTM Rally Motorräder, MAN KAT’s und Bowler zu bestaunen, wir laden die 690’er ab, essen etwas, tanken die Motorräder voll und machen uns auf den Rückweg nach Ksar Ghilane. Wir fahren nicht wieder die Piste, da dann der schwere Teil zum Schluss kommen würde. Nach einem guten Stück Asphalt kürzen wir quer Feld ein ab. Ralph gibt uns noch eine kleine Action-Einlage, als er hinter einem Abhang von der Sitzbank abhebt, dadurch kräftig Gas gibt und einen Wheelie fährt.
Wir machen wieder Halt am Cafe mit dem Welpen, der schon leicht übermütig wird.
Jacqueline würde gerne noch etwas Sand, deswegen biegt Werni kurz vor der Oase von der Piste ab und wir fahren noch ein paar Dünen. Allerdings steht die Sonne schon tief und die Konzentration ist nicht mehr ausreichend vorhanden, nachdem Ralph einen Baum umarmt und sich Jacqueline und Richie synchron vor mir in die Dünen legen, bin ich froh das wir wieder im Camp sind. Es reicht!
Jacqueline hat aber noch nicht genug, deswegen beschließen wir morgen früh, vor der Rückfahrt nach Djerba noch mal zum Fort raus zu fahren.

Tag 6:
Wir packen alles zusammen und fahren zum Fort, am Fort spielen wir noch etwas in den Dünen und ich soll zurück zur Piste fahren, aufgrund meines nicht vorhandenen Orientierungssinns verpasse ich die Piste und fahre lustig vor mich hin mitten in die Dünen hinein. Nachdem sich einige noch mal kräftig eingesandet haben fahren wir zurück in die Oase. Alle sind auf „Betriebstemperatur“. Wir fahren über Medenine zurück nach Djerba.
Im Hotel angekommen verladen wir die Motorräder und gehen duschen, Chris kommt direkt aus Douz nach Djerba und zeigt uns Fotos seiner verbrannten Kupplung. Wer in den letzten Jahren auf dem Treffen der SKAC war, kennt diese Bilder von der LC8. Wir essen im Hotel zu Nacht.

Abreise:
Rollo Tours bietet zwei Wochen Tunesien an, die erste Woche Sand-Schnupper-Kurs und die zweite Woche die Fahrt zum roten See, außer Chris haben alle nur die erste Woche gebucht. Die Teilnehmer der zweiten Woche kommen um 16.00 Uhr an.
Jacqueline, Ralph und Thomas müssen um 5.30 am Flughafen sein. Ich kann ausschlafen da mein Flug erst um 15.40 Uhr geht.
Werni tauscht zum dritten Mal seinen Luftfilter, mein Luftfilter ist immernoch noch relativ sauber.
Ich lege mich an den Hotelpool, wir essen noch gemeinsam zu Mittag und um 13.30 Uhr setze ich mich ins Taxi zum Flughafen. Dort angekommen warten die gleichen nervigen deutschen Rentner wie beim Hinflug und sind schon wieder in Panik, dass der Flieger ohne sie abheben könnte.
Um 18.15 lande ich in Frankfurt bei eiskalten 13°.

Im Summe war die Woche einen riesen Spass, mit der Sportenduro macht Dünen fahren richtig Laune. Ich habe die TE nicht ein einziges Mal versenkt und habe auch keine Blasen an den Händen bekommen. Natürlich ist die TE449 auf der Piste viel nervöser als die LC4 und man muss sie zweimal am Tag tanken, aber dafür kann man in den Dünen viel mehr Spass haben. Wir sind in der Woche knapp 1000 km gefahren.
Die Verluste halten sich in Grenzen:
- Kühlerschutz rechts abgefallen und am Krümmer verschmort
- Schnalle am Tech10 durchgebrochen
- Blinker hinten rechts (am besten gar nicht mehr montieren)

Wer eine sorgenfreie Woche im Sand verbringen möchte dem kann ich Rollotours zu 100% empfehlen.
Videos folgen.

Gruss Steffen
KTM LC 4 640 Adventure 2004
ingenieur
Urlauber
 
Beiträge: 395
Registriert: Freitag 13. Oktober 2006, 07:40
Wohnort: Hofheim

Re: Erlebnisbericht Sandschnuppperwoche Tunesien

Beitragvon el_heinzo » Montag 11. März 2013, 08:24

Schöner Bericht! Freu mich schon auf Bilder und Videos :)
el_heinzo
Urlauber
 
Beiträge: 258
Registriert: Donnerstag 21. April 2011, 15:53
Wohnort: Eisenach

Re: Erlebnisbericht Sandschnuppperwoche Tunesien

Beitragvon Rensen » Montag 11. März 2013, 12:58

Super Bericht! Ließt sich wunderbar und macht Lust auf Dünensurfen :D
640 Adventure ´01
450 EXC ´05
Rensen
Wochenendcamper
 
Beiträge: 41
Registriert: Sonntag 2. Dezember 2012, 12:19

Re: Erlebnisbericht Sandschnuppperwoche Tunesien

Beitragvon ingenieur » Freitag 12. April 2013, 07:36

Hallo zusammen,

ich hab das erste Video hochgeladen: http://www.youtube.com/watch?v=AGzhm10n3Dg

Einfach zurücklehnen, Sound aufdrehen!!! und 7 minuten lang das Dreckwetter hier vergessen.

Gruss Steffen
KTM LC 4 640 Adventure 2004
ingenieur
Urlauber
 
Beiträge: 395
Registriert: Freitag 13. Oktober 2006, 07:40
Wohnort: Hofheim

Re: Erlebnisbericht Sandschnuppperwoche Tunesien

Beitragvon el_heinzo » Freitag 12. April 2013, 14:43

NEID!!! Wird Zeit das ich da auch mal hinfahre :cry:
el_heinzo
Urlauber
 
Beiträge: 258
Registriert: Donnerstag 21. April 2011, 15:53
Wohnort: Eisenach

Re: Erlebnisbericht Sandschnuppperwoche Tunesien

Beitragvon ingenieur » Dienstag 16. April 2013, 13:02

Hallo zusammen, habe heute den Teil 2 "Pisten fahren" hochgeladen.

http://www.youtube.com/watch?v=c3YQN84C ... e=youtu.be

Gruss Steffen
KTM LC 4 640 Adventure 2004
ingenieur
Urlauber
 
Beiträge: 395
Registriert: Freitag 13. Oktober 2006, 07:40
Wohnort: Hofheim

Re: Erlebnisbericht Sandschnuppperwoche Tunesien

Beitragvon el_heinzo » Mittwoch 17. April 2013, 19:36

:D fein fein
el_heinzo
Urlauber
 
Beiträge: 258
Registriert: Donnerstag 21. April 2011, 15:53
Wohnort: Eisenach


Zurück zu EVENTS



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron